Was brauchen Kinder in den ersten 3 Lebensjahren? Die Liebe und die Zeit ihrer Eltern!
Vielen ist es wegen finanzieller Nöte heutzutage nicht möglich, die gesamten Jahre mit ihren Kleinkindern zu verbringen. Einige wollen es auch nicht. Aussagen wie: "Mir fällt die Decke auf den Kopf", "Mein Kind braucht soziale Kontakte"... habe ich in meinen mittlerweile 20 Jahren Berufung als Tagesmutter schon oft gehört. Oder: "Wie machst du das nur mit 5 Kleinkindern...?" Ich lebe mit euren Kindern so normal und gut wie möglich. Auch wenn es als Fremdbetreuung bezeichnet wird, ist es wie ein zweites Zuhause für die Knirpse und ich bin ihre feste Bezugsperson - inklusive meiner jetzt erwachsenen Kinder. Familiennahe, individuelle Betreuung eben in meiner Wohnung. Und genau das erleichtert den Kleinsten den schweren und von der Natur überhaupt nicht vorgesehenen Schritt (meist im Alter von 12 Monaten) der Trennung von den Eltern.
Aus meiner Sicht wäre das 4. oder 5. Lebensjahr passend für den Kitastart. Abhängig natürlich von der gesamten Entwicklung des Kindes, den Familienverhältnissen usw. Meine eigenen 5 Kinder besuchten alle keine Kita, wir lebten das Modell einer Großfamilie. Es war durchaus finanziell nie einfach und anstrengend. Aber diese Zeit bringt einem als Mutter und auch als Vater keiner wieder - die schönste und für die Kinder wichtigste Zeit im Leben überhaupt. Warum ist sie so wichtig?
Weil hier durch eine sichere Mutter- Kind- Bindung der Grundstein für die gesamte körperliche und psychische Entwicklung des Kindes gelegt wird. Zu den Bindungsfaktoren, wie eine natürliche Geburt, Stillen, Familienbett, Tragen, feinfühlige Kommunikation, gehört eben auch das Vermeiden von Trennungen zwischen Mutter und Kind. Leider wird es in unserer Gesellschaft immer normaler, da es den Eltern so suggeriert wird oder sie sich auch selbst nicht mit der frühkindlichen Entwicklung und den Folgen einer frühen Fremdbetreuung auseinandersetzen und ihr Kind dann oft im Alter von 12 Monaten in einer Krippengruppe mit 10 und mehr Kindern zurücklassen. Meist mit kurzer Eingewöhnung und Abgabe eines weinenden Babys, was ja angeblich gleich wieder aufhört zu weinen... Irgendwann ist es ruhig, weil es merkt, hier hilft mir keiner und es mit sich selbst zu kämpfen hat, sein Gleichgewicht einigermaßen stabil zu halten. Sein Stresspegel ist permanent erhöht. Für die meisten Erzieher ist dieses Kleinkind dann eingewöhnt, ist ja still... Dennoch nicht fähig zu spielen oder gar etwas zu entdecken, geschweige denn zu lernen.
Der Unterschied zu mir... Ich versuche eine Bindung aufzubauen, mir das Vertrauen dieses kleinen Wesens in einer längeren Eingewöhnungsphase zu verdienen. Dabei verlasse ich mich auf mein Gefühl und beobachte das Verhalten des Kindes. Die größeren Tageskinder geben auch ihr Bestes, lernen nebenbei Rücksicht auf Kleinere zu nehmen. Wenn es sich dann liebevoll aufgenommen fühlt, sich trösten lässt, bekommen die Eltern Fotos von verschiedenen Situationen zugesendet. Ganz wichtig ist natürlich auch, dass Mama und Papa mir vertrauen - sie überlassen mir schließlich ihr Liebstes. Der größte Unterschied zur Krippenbetreuung ist meine konstante und ständige Anwesenheit, auch noch spät nachmittags. Hier werden nur 5 Kleinkinder betreut, was bedeutet: ich kann mich in jeder Situation auf die jeweiligen Bedürfnisse einlassen und einfach da sein. Strukturen und Grenzen gibt es natürlich auch hier.