Als mein Sohn damals in die Kita kam, hatte ich mir extra eine ausgesucht, die klein war - mit wenigen Kindern. Das schien mir da alles sehr nett zu sein. Nun war es meine erste Kita-Erfahrung als Mama – UND diese Kita hatte gerade erst eröffnet. Es war also so einiges neu für alle Beteiligten.
Irgendwas schien da in der Führung der Kita unrund zu laufen, die Fluktuation war so hoch, dass es allein in den drei Monaten von Günthers Eingewöhnungszeit drei Erzieher:innenwechsel gab. Da habe ich die Reißleine gezogen und gesagt, dass ich eine andere Kita suche, weil mein Kind Stabilität und eine gewisse Routine braucht. Beides ist nicht gegeben, wenn die Bezugspersonen regelmäßig wechseln.
Klar, die Kita und alle, die dort arbeiten, geben ihr Bestmögliches. Nur mein Kind braucht etwas anderes, um dort anzukommen. Und in Berlin – vermutlich wie überall anders in Deutschland auch – sind Kitaplätze rar. Nur ich wusste, ich werde einen Platz finden.
Also habe ich meinen Sohn von heute auf morgen aus der Kita genommen, noch ohne einen neuen Platz zu haben – weil es für seine Sicherheit für mich nicht mehr in Frage kam, ihn dort länger zu lassen. Ich habe mich privat umorganisiert, unter anderem mit meinen Eltern und habe dann Kitas abtelefoniert.
Und siehe da, ich habe bei 82 Kitas angerufen und bei der 82. hieß es dann "Ach, das passt ja, wir haben gerade in der Versammlung besprochen, dass wir einen Jungen suchen, der 2007 geboren ist. Sie können morgen vorbeikommen."So habe ich die Kita gefunden, die dann auch die Kita unserer Tochter wurde.
Also, was will ich dir sagen?
Ich darf meine Meinung ändern. Das möchte ich dir heute mitgeben. Das, und den Glaubenssatz, dass ich für ALLES eine Lösung finde, statt in einer Opferhaltung zu erstarren. Wir haben jederzeit die Möglichkeit, aus Situationen zu gehen, wenn etwas anders läuft, als wir es wollen und/oder unsere Kinder es brauchen.
Quelle: Newsletter im Juli 2024 von Kathy Weber: https://kw-herzenssache.de/