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Kinder klein machen kann jeder...

Erfahrungsbericht von Simon

sie sich groß fühlen zu lassen, das ist die Kunst!

Mir stellt sich immer wieder die Frage, wie ich meine Kinder in den verschiedenen Lebensphasen richtig begleiten kann, damit sie irgendwann selbstständige und mündige Personen werden, die ihr Leben selbstbestimmt meistern können.
Dabei ist mir in den letzten Tagen wieder so wichtig geworden, eine Vision für unsere Erziehung und unsere Kinder zu haben- nicht, dass wir die Phasen unserer Kinder nur irgendwie überleben, sondern mit ihnen erleben. Wir Eltern müssen es schaffen, in die Rolle einer Beziehungsperson zu wechseln, damit sich unsere Kinder entfalten können. Wir müssen das große Ganze sehen und uns fragen: welche Werte und Eigenschaften sollen in ihnen reifen?

Zum Bespiel habe ich mit meinen drei Jungs vor Kurzem unsere neuen, schwarzen Felgen montiert. Ich hatte mir den Kauf lange überlegt. Ob es das Geld wirklich wert war, schwarze Alufelgen anstatt Stahlfelgen zu kaufen? Bei der Montage ist einer der neu ausgepackten Felgen prompt auf die Sichtseite gefallen und hatte schon die ersten Kratzer bevor die Felge überhaupt am Bus war! In diesem Moment musste ich mir die Frage stellen, ob es mir wichtiger ist, dass meine Kinder lernen, später einmal die Autoreifen selbst wechseln zu können oder ob ich meinem Sohn einen sehr emotionalen Vortrag über den Wert solch einer Felge halten sollte. Da ich mich aber bewusst entschieden hatte, meine Kinder bei so einer Aufgabe dazu zunehmen, konnte ich in diesem Fall richtig reagieren. Und dank Edding sah die Felge wieder ziemlich schick aus.

Als Vater von 4 Kindern muss ich immer wieder lernen, wie wichtig es ist genau hinzuhören, was meine Kinder beschäftigt, sie ernst nehmen, wertschätzen und mir Zeit nehmen, auch wenn ich denke, dass ich die Zeit jetzt im Moment eigentlich nicht habe. Es fällt mir oft schwer, meinen Kindern aufmerksam zuzuhören und ihre Probleme und Sorgen zu erkennen, damit ich sie unterstützen oder für sie einstehen kann, solange sie das noch nicht selbst können. Aber, es lohnt sich so sehr.

Wenn unsere Kinder nicht zu uns kommen können, wann immer sie wollen, zu wem sollen sie sonst gehen? Wer bringt ihnen die richtigen und wichtigen Dinge im Leben bei? Wer beschützt sie im Kleinkindalter, wer steht an ihrer Seite, wenn sie größer werden und wer hält sie aus und begleitet sie, wenn sie im Teenageralter ihre Welt hinterfragen und lernen müssen, selbst Entscheidungen zu treffen?

Über die Jahre hinweg hat uns immer wieder beschäftigt, dass unsere Kinder Schwierigkeiten mit einer bestimmten Lehrkraft hatten. Sie haben mir immer mal wieder erzählt, was sie erlebt haben oder was die Lehrkraft ihnen gesagt hat. Meine ersten Reaktionen waren oft, dass ich dachte, meine Kinder hätten etwas falsch verstanden oder übertrieben. Ich habe versucht, Ratschläge zu geben oder die Dinge einfach kleingeredet, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass eine Lehrkraft so mit Kindern umgeht.

Viel später und durch immer besseres Hinhören wurde mir klar, dass diese Person meine Kinder nicht nur nicht ernst genommen, sondern sie auch klein gemacht hat. Sie ist ihnen nicht mit Wertschätzung begegnet, obwohl es eigentlich ihre Aufgabe gewesen wäre. Als ich das verstanden hatte, musste ich die Entscheidung treffen, ob wir als Eltern für unsere Kinder einstehen und uns für sie stark machen sollten - und auch für die Kinder, deren Eltern nicht den Mut hatten, diese Konfrontation einzugehen und die Dinge auf eine gute Art und Weise zu klären.

Der Weg, den wir dann gegangen sind, war sehr anstrengend und hat uns viel Zeit und Kraft gekostet, vor allem, weil wir die Dinge fair und den betreffenden Personen gegenüber, wertschätzend klären wollten. Aber es hat sich gelohnt und wir konnten unseren Kindern zeigen, dass wir sie verstanden hatten, auch wenn es ein herausfordernder Prozess war, den wir alle durchleben mussten. Wir machen bestimmt nicht alles richtig und müssen immer wieder voneinander lernen, vor allem von unseren Kindern. Doch abschließend möchte ich sagen:
Kinder stark zu machen, ist oft so schwer und kostet wirklich Zeit, Kraft und auch Nerven. Aber ich glaube fest daran, dass es sich lohnt, das alles mit unseren Kindern zu erleben- nicht nur zu überleben und zu warten, dass die Phasen endlich vorbei sind, sondern sie zu begleiten und mitzuerleben!!

Was ist deine Vision, für deine Kinder? Was sollen sie am Ende erzählen über euren Alltag, euren Umgang mit Dingen, mit Situationen? Welche Werte, Eigenschaften möchtest du aus deinen Kindern herauskitzeln?

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