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Ganztagesbetreuung ist nicht für jedes Kind ideal

Erfahrungsbericht von Alla

Kinder sind unterschiedlich und die Ganztagsbetreuung in einer Einrichtung ist nicht für jedes Kind ideal. Es hängt auch sehr von der Einrichtung ab: Wie viele Kinder befinden sich im Gebäude/in der Gruppe? Wie hoch ist die Fluktuation beim Personal? Kann das Kind verlässliche Beziehungen aufbauen? Wie groß sind die Räume, das Außengelände? Wie werden Regeln durchgesetzt? Wie laut ist es in den Räumen, gibt es schalldämmende Maßnahmen? Kann sich ein Kind auch mal zurückziehen oder fehlt dazu der Platz? In vielen Kitas/OGS gibt es keine Ruheräume. Das Kind ist 8- 9 Stunden am Tag dem Lärm und Gewusel ausgesetzt. Einige Kinder macht der Lärm krank oder aggressiv. Andere stört das weniger.

Als unsere Grundschüler befragt wurden, was sie sich am allermeisten wünschen, war der wichtigste Punkt (89%) eine „Chill-Area“, mit Matratzen, kleinen Nischen, Büchern und Brettspielen, „wo es leise ist und man seine Ruhe hat. Wohin man sich auch alleine oder mit nur einem oder 2 Freunden zurückziehen kann“. Daraufhin wurde eines der kleinen Klassenzimmer (in dem sich die Kinder den ganzen Tag aufhalten müssen) als Ruheraum deklariert- zwar ohne Nischen und Matratzen aber mit einem „Schweigefuchs“ an der Tür. Die räumlichen Bedingungen sind halt schlecht. Einige Kinder machen sich aber einen Spaß daraus, die Tür immer wieder aufzureißen, laut kreischend durch den Raum zu rennen und die Brettspiele von den Tischen zu fegen. Alle Gespräche und Apelle verhallten und eine Aufsicht im Ruheraum kann nicht gestellt werden, da alle ein AG-Angebot machen müssen. Also sitzt ein Erzieher mit 5-10 Kindern in der Gedichte-AG, der MINT-AG, der Blockflöten-AG usw., während „Horden“ mehr oder weniger unbeaufsichtigter Kinder die Gänge unsicher machen...

Ich bin meiner Mutter so dankbar dafür, dass ich nach dem Unterricht nach Hause gehen durfte!

Ab Klasse 1 hatte ich meinen eigenen Schlüssel, so dass ich immer hereinkonnte, auch wenn Mama mal kurz weg war. So erging es übrigens uns allen. Wir haben die Bude nicht auseinandergenommen, nur weil wir mal eine Stunde allein waren. Wir durften auch eine Freundin mitbringen oder zu einer Freundin mitgehen, wir mussten nur eine Nachricht auf den Küchentisch legen, was unsere Motivation schreiben zu lernen extrem erhöhte! In einem Ganztagsbetrieb wäre ich verzweifelt!

Übrigens, wir waren nicht reich,

konnten nicht jährlich einen Urlaub machen, hatten kein Auto, konnten uns nicht ständig neue Klamotten kaufen(es wurden „fremde“ Schuhe und Kleidung aufgetragen), geschweige denn Essen gehen, zum Geburtstag und Weihnachten gab es EIN größeres Geschenk, im Garten stand kein Trampolin, sondern es gab Gemüsebeete und Obstbäume, im Herbst wurde eingekocht, Küchenabfälle wie Kartoffelschalen und Gemüseabschnitte wurden zum nächsten Bauern gebracht um das „Patenschwein“ zu mästen, dadurch bekam man günstige Würste, Schinken und Fleisch, Pullover wurden gestrickt und „angestrickt“, Strümpfe wurden geflickt, Reißverschlüsse repariert und Unterwäsche, die wirklich „auf“ war, konnte immer noch zu Putzlappen verarbeitet werden. Also lebten wir insgesamt ein sehr modernes, nachhaltiges Leben und kamen mit dem A11 Gehalt meines alleinverdienenden Vaters gut klar!

Quelle: https://www.news4teachers.de/2022/03/schweizer-studie-haeufige-externe-betreuung-kann-das-kindliche-verhalten-beeinflussen/

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